UTM-Koordinatensystem

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UTM-Koordinaten (engl. Universal Transverse Mercator) beruhen wie die Gauß-Krüger-Koordinaten auf dem von Carl Friedrich Gauß entwickelten winkeltreuen Abbildungsgesetz. Es wird ebenfalls eine transversale Zylinderprojektion benutzt, jedoch handelt es sich hier um einen Schnittzylinder. Der Zylinder schneidet das Rotationsellipsoid in zwei symmetrisch zum Mittelmeridian liegenden Schnittparallelen, die auf dem Zylindermantel zueinander parallel und senkrecht zur Achse stehen. Die Zylinderachse liegt in der Äquatorebene und verläuft durch den Erdmittelpunkt. Bei der UTM-Projektion wird die Erde zwischen 84° nördlicher und 80° südlicher Breite mit 60 Meridianstreifensystemen (Zonen) von je 6° Ausdehnung überdeckt. Die Polbereiche werden mit einem anderen Projektionsverfahren verebnet.

Um größere Verzerrungen im Bereich der Grenzmeridiane zu vermeiden, wird der Mittelmeridian mit einem Verjüngungsfaktor 0,9996 abgebildet. Die Abbildung in den beiden Schnittparallelen ist längentreu. Zwischen den Schnittparallelen liegt die Ellipsoidoberfläche außerhalb des Zylinders. Alle Strecken und Flächen in diesem Bereich werden bei der Projektion verkleinert dargestellt. Strecken und Flächen, der innerhalb des Zylinders liegenden Ellipsoidoberfläche östlich und westlich der Schnittparallelen, werden bei der Projektion vergrößert.

Koordinatennullpunkt ist jeweils der Schnittpunkt des Äquators mit dem Mittelmeridian.

Die x-Werte werden mit N (North=Nord) bezeichnet. Für die Nordhalbkugel ist der Nullpunkt mit N=0 m und für die Südhalbkugel zur Vermeidung negativer Werte mit N=10.000.000 m festgelegt.

Die y-Werte werden mit E (East=Ost) bezeichnet. Der Ordinatenwert des Nullpunkts beträgt E=500.000 m. Zur eindeutigen Kennzeichnung, in welchem Meridianstreifen sich ein Punkt befindet, muss die Zonennummer mit angegeben werden. Die Zonennummer errechnet sich mittels der geographischen Länge (λ0) des Mittelmeridians zu (λ0 + 183°) / 6°. Jede Zone wird durch Breitenkreise in Zonenfelder mit der Ausdehnung 6° mal 8° unterteilt. Die Zonenfelder werden mit der Kennziffer der Zone und von Süden (80° s. Br.) nach Norden (84° n. Br.) mit den Buchstaben C bis X bezeichnet, wobei I und O nicht vergeben werden. Deutschland bildet sich fast vollständig in den Zonenfeldern 32U und 33U ab.

In Deutschland erfolgt derzeit ein Übergang von den Gauß-Krüger-Koordinaten (Potsdam-Datum, Bessel/Krassowski-Ellipsoid) auf das UTM-System unter Bezug auf das ETRS89(-System) mit dem GRS80-Ellipsoid.


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